Für eine klimafreundliche Stromerzeugung setzen inzwischen viele Hausbesitzer auf Solarmodule. Doch auch kleine Windenergieanlagen gibt es seit einigen Jahren für das eigene Grundstück. Damit sie sich lohnen, müssen allerdings eine ganze Reihe von Voraussetzungen erfüllt sein.

Kleinwindanlagen sind, wie der Name bereits andeutet, deutlich kleiner als übliche Windräder. Sogenannte Mikro-Windkraftanlagen haben einen Rotordurchmesser von zwei bis vier Metern und eine Nennleistung von bis zu 5 Kilowatt. Montiert werden sie auf Masten von etwa zehn Metern Höhe, denn mit jedem Meter Entfernung der Rotornabe vom Boden steigt die Leistung der Windkraftanlage.

Für die Anschaffung und die damit verbundenen Nebenkosten muss man laut Verbraucherzentrale mit etwa 3.000 bis 9.000 Euro pro Kilowatt Leistung rechnen. Zu den Nebenkosten zählen beispielsweise die Ausgaben für Planung und Genehmigung. Die Anschaffung kann also zwischen 10.000 und 50.000 Euro kosten. Hinzu kommen jährliche Betriebskosten von zwei bis drei Prozent der Investitionssumme.

Wer seine Anlage wirtschaftlich betreiben möchte, sollte zunächst einen geeigneten Standort ausfindig machen. Da der Wind in Deutschland meist aus dem Westen weht, sollte der Wind aus dieser Richtung folglich frei strömen können, schreibt die Verbraucherzentrale. Von hohen Hindernissen, wie beispielsweise einer Baumreihe, sollte der Mast mindestens eine Entfernung vom 20-Fachen der Höhe des Hindernisses haben. Sonst liegt das Windrad in dessen Windschatten und erzeugt zu wenig Strom, um wirtschaftlich zu sein. Ist die Baumreihe beispielsweise zehn Meter hoch, sollte die Windkraftanlage also mindestens 200 Meter davon entfernt stehen. Schon aus diesem Grund eignen sich Kleinwindräder in der Regel nur für Grundstücke außerhalb von bebauten Ortschaften.

Das Aufstellen von Windrädern kann außerdem genehmigungspflichtig sein. Je nach Bundesland unterscheiden sich hier die jeweiligen Vorschriften. Die Verbraucherzentrale rät Privatpersonen deshalb, vor einer Anschaffung das örtliche Bauamt und das Umweltamt zu fragen.

Für eine ausreichend hohe Stromerzeugung müssen außerdem die Windverhältnisse stimmen. In der Höhe des Rotors sollte die durchschnittliche Windgeschwindigkeit mindestens vier Meter pro Sekunde betragen. Einen ersten Anhaltspunkt können die Karten des Deutschen Wetterdienstes bieten. Wenn möglich sollte die Windgeschwindigkeit vorher ein Jahr lang gemessen werden, raten Verbraucherschützer. Der Wind weht nämlich je nach Jahreszeit unterschiedlich stark. Außerdem gibt es stärkere und schwächere Windjahre. Eine professionelle Windmessung durch einen Dienstleister kann allerdings mehrere Tausend Euro kosten, berichtet das Portal klein-windkraftanlagen.com.

Die zweite wichtige Voraussetzung, damit sich eine Kleinwindkraftanlage lohnt, ist ein entsprechend hoher eigener Stromverbrauch. Das liegt daran, dass es sich finanziell kaum lohnt, den Strom ins Netz einzuspeisen. Geht die Anlage zum Beispiel 2020 in Betrieb, erhält man für jede Kilowattstunde lediglich 8,11 Cent. Verbraucht man den Windstrom jedoch selbst, spart man dadurch den Bezug von seinem Versorger, der für jede Kilowattstunde etwa 25 bis 30 Cent berechnet. Einen derart hohen Stromverbrauch findet man jedoch vor allem bei Landwirtschafts- und Gewerbebetrieben.

Weiterhin kann sich laut dem Portal klein-windkraftanlagen.com die Anschaffung einer Kleinwindkraftanlage lohnen, wenn die Stromversorgung ohne Anschluss an das öffentliche Stromnetz sichergestellt werden muss, beispielsweise bei entsprechenden Ferienhäusern.

Weitere Infos:
Kleinwind-Infos der Verbraucherzentrale
– Antworten auf die wichtigsten Fragen von klein-windkraftanlagen.com
Bundesverband WindEnergie
Windkarten des Deutschen Wetterdienstes