„Mundräuber“ und „Foodsaver“ als Klimaschützer

//„Mundräuber“ und „Foodsaver“ als Klimaschützer

„Mundräuber“ und „Foodsaver“ als Klimaschützer

Ob beim Pflücken kostenloser Früchte oder bei der „Rettung“ überschüssiger Lebensmittel vor der Mülltonne – Klimaschutz geht (auch) durch den Magen.

Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) haben es ausgerechnet: Bei der Erzeugung von einem Kilogramm Schweinefleisch entsteht gleich viel CO2 wie bei der Produktion von 80 Kilo Kartoffeln. Pro Jahr kommen für die Herstellung der Nahrungsmittel für einen Einwohner Deutschlands rund 2,1 Tonnen CO2 zusammen – vor allem wegen der Fleischproduktion. Wer auf ein Rindssteak (250 Gramm) pro Woche verzichtet, kann damit laut blitzrechner.de fast 4,7 Kilo CO2 vermeiden.

Nun braucht natürlich niemand Vegetarier oder Veganer zu werden, um das Klima zu schonen. Aber einige zusätzliche Portionen heimisches Obst und Gemüse können vielleicht nicht schaden – noch dazu, wenn sie gratis verfügbar sind. In ganz Deutschland gibt es Orte, an denen das Pflücken von Obst kostenlos erlaubt ist.

Informationen darüber bietet die Online-Plattform www.mundraub.org. Deren Betreiber organisieren unter anderem Ernteaktionen und stellen Material zusammen, mit dem sich Interessierte kundig machen können. So gibt es auf ihrer Website ein „Mundräuber-Handbuch“, einen „Erntecamp-Leitfaden“ und einen Erntekalender. Außerdem arbeiten sie mit Städten und Gemeinden zusammen, damit diese auf ihren Grünflächen vermehrt Obstbäume pflanzen. So sollen „essbare Städte“ entstehen, die das Klima schützen und den Bürgern nützen.

Die Verschwendung von Lebensmitteln vermeiden will die Initiative „Foodsharing“ (foodsharing.de). Und diese Verschwendung hat es in sich: Rund ein Drittel aller in Deutschland erzeugten Lebensmittel landet in der Mülltonne – obwohl das „Futter“ ohne weiteres genießbar wäre. Seit der Gründung der Initiative im Jahr 2012 ist diese auf etwa 200.000 Unterstützer und 25.000 sogenannte „Foodsaver“ angewachsen. Sie „retten“ überschüssige Lebensmittel vor dem Wegwerfen, indem sie sie auf Wunsch abholen – sowohl bei Haushalten als auch bei Gewerbe- und Industriebetrieben. Jeden Tag erfolgen deutschlandweit etwa 1.000 Abholungen, die über die Website foodsharing.de koordiniert werden. „Foodsharing“ arbeitet in Deutschland mit etwa 3.000 Betrieben, aber auch mit Städten und Gemeinden, zusammen und hat bisher etwa 7,8 Millionen Kilogramm Lebensmittel vor dem Wegwerfen bewahrt.

Und das sind nur zwei von vielen einschlägigen Initiativen in ganz Deutschland. Weitere ähnliche Projekte
finden sich beispielsweise hier.
Mehr Infos gibt’s hier zu gratis Obst und Foodsharing und klimaschonenden Menüs.

Weitere Recherche:
www.co2online.de/klima-schuetzen/nachhaltiger-konsum/fleisch-klimawandel
www.blitzrechner.de/fleisch
www.bzfe.de/inhalt/ernaehrungsrisiko-klimawandel-klimarisiko-ernaehrung-31259.html

2018-09-17T17:41:44+00:00

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