Mit einer ganz einfachen Methode kann wirklich jeder das Klima schützen und oft sogar erneuerbare Energie erzeugen – ohne viel Geld auszugeben oder auf etwas verzichten zu müssen. Entsorgt man Essensreste und vertrocknete Pflanzen in der Biotonne statt im Restmüll, hilft man dem Klima und der Umwelt gleich mehrfach.

Abfallbetriebe lassen Bioabfälle zunächst zu Kompost verrotten. Dieser wertvolle Rohstoff ist ein hochwertiger natürlicher Dünger und ersetzt klimaschädlichere Alternativen. Wird Kompost beispielsweise Blumenerde beigemischt, kann stattdessen auf Torf verzichtet werden. Für den Torfabbau ist es andernfalls notwendig, Moore trockenzulegenwerden. Dabei werden große Mengen von Treibhausgasen freigesetzt. Kompost hilft also dabei, dieses klimaschädigende Verhalten einzuschränken. Kompost ersetzt außerdem künstliche Düngemittel, deren Herstellung große Mengen von Energie verschlingt, die heute noch zu einem wesentlichen Teil in Kohlekraftwerken erzeugt wird.

In vielen Städten wird aus Bioabfall sogar erneuerbare Energie. In sogenannten Vergärungsanlagen entsteht klimafreundliches Biogas, mit dem man heizen, Fahrzeuge antreiben oder Grünstrom herstellen kann. Laut Bundesumweltministerium kann inzwischen jede vierte deutsche Anlage für Bioabfälle auch Biogas herstellen.

Seit 2015 müssen alle Gemeinden in Deutschland Bioabfälle sammeln, doch noch immer landet ein Großteil in der Restmülltonne. „Bundesweit könnten wir noch über drei Millionen Tonnen mehr Bioabfälle über die Biotonne sammeln“, sagt Maria Krautzberger, Präsidentin des Umweltbundesamtes. Eine Studie der Behörde von 2012 hatte gezeigt, dass die getrennte Sammlung von Bioabfällen in nahezu allen Umweltwirkungen ökologisch vorteilhafter ist.

Doch was gehört in die Biotonne? Das Bundesumweltministerium listet hauptsächlich diese Stoffe auf:
– Gartenabfälle und Pflanzen einschließlich Erde
– Lebensmittelreste und Teebeutel
– Kleintierstreu

Nicht in die Biotonne gehören dagegen:
– Hygieneartikel
– Asche
– Kehricht

Zum Sammeln von Bioabfällen gibt es in Supermärkten inzwischen Tüten aus sogenanntem Biokunststoff. Die „Aktion Biotonne Deutschland“ weist allerdings darauf hin, dass nicht alle Abfallbetriebe diese Biokunststofftüten verarbeiten können. Ob der eigene Abfallbetrieb darunter fällt, erfahren Verbraucher durch einen Anruf bei ihrer örtlichen Abfallberatung. Manche Betriebe empfehlen zum Sammeln stattdessen unbedruckte Papiertüten.

Weitere Infos
Aktion Biotonne Deutschland
Was in die Biotonne gehört
– Studie des Umweltbundesamtes zur getrennten Bioabfallsammlung