Mit Energie zum Klimaschutz

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Mit Energie zum Klimaschutz

Der Ausstoß von CO2 trägt maßgeblich zur gefährlichen Erderwärmung bei und muss daher unter klimaschutztechnischen Aspekten unbedingt begrenzt werden. Deutschland hat dafür einen umfassenden Plan, bei dem die Bevölkerung eine wichtige Rolle spielt.

CO2 (Kohlendioxid bzw. Kohlenstoffdioxid) ist ein farb- und geruchloses Gas, das einen Anteil von etwa 0,04 Volumenprozent an der Atemluft hat. Es gilt als eines der wichtigsten Treibhausgase, die maßgeblich zur Erwärmung der Erde beitragen („Treibhauseffekt“). Andere bedeutende Treibhausgase sind z.B. Methan (der Hauptbestandteil von Erdgas), Lachgas und Schwefelhexaflourid (SF6), das unter anderem als Isoliermittel in elektrischen Anlagen verwendet wird.

CO2 entsteht nicht zuletzt bei der Verbrennung fossiler Energieträger wie Erdöl, Kohle und Erdgas. Deshalb ist die Energieversorgung der Menschheit wesentlich für den Treibhauseffekt verantwortlich. Jährlich gelangen durch sie etwa 33 Milliarden Tonnen an CO2 und anderen Treibhausgasen in die Atmosphäre. Wegen des vom Menschen verursachten CO2-Ausstoßes stieg die weltweite Durchschnittstemperatur in den vergangenen 150 Jahren um rund 1,0 Grad Celsius an. Wenn wir so weiter machen, könnte sie bis Ende des Jahrhunderts um weitere 0,5 bis 1 Grad steigen, insgesamt also um 2 Grad. In den kommenden Jahrhunderten ist ein Anstieg auf ungefähr 4 Grad gegenüber der Zeit vor der Industrialisierung möglich.

Das kann gefährlich sein: Laut Abgaben des Bundesumweltministeriums (BMU) hat sich die Anzahl extremer Wetterereignisse wie Hitzewellen und Überflutungen in Deutschland in den vergangenen 50 Jahren in etwa verdoppelt. Bis Ende des Jahrhunderts könnten sich die Schäden durch Überschwemmungen bis zum Ende des Jahrhunderts verdoppeln bis verdreifachen. Auch ein Ansteigen der jährlichen Todesfälle durch Hitzewellen ist laut neuer Studien nicht auszuschließen.

Deshalb haben sich die Vereinten Nationen (UNO) darauf geeinigt, Gegenmaßnahmen zu ergreifen und den Ausstoß der wichtigsten Treibhausgase so weit wie möglich zu verringern. Schon Ende 1997 beschlossen sie dazu das „Kyotoprotokoll“. Dessen Nachfolgeregelung ist das Klimaabkommen von Paris („Paris Agreement“) vom Dezember 2015. Dieses läuft darauf hinaus, sämtliche CO2 -Emissionen in Industrie und Gesellschaft bis Mitte des Jahrhunderts durch Gegenmaßnahmen auszugleichen. Ab diesem Zeitpunkt sollen also keine zusätzlichen Treibhausgase mehr in die Atmosphäre gelangen. Wie das „Paris Agreement“ im Detail umzusetzen ist, wurde im Dezember 2018 auf dem Weltklimagipfel in Kattowitz (Polen) festgelegt.

Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union setzen vor allem auf den Ausbau der erneuerbaren Energien und die Steigerung der Energieeffizienz. Im Zusammenhang mit den neuesten diesbezüglichen Vereinbarungen hat Deutschland 2016 einen umfassenden „Klimaschutzplan 2050“ beschlossen. Wie es darin heißt, soll Deutschland „bis Mitte des Jahrhunderts weitgehend treibhausgasneutral werden“. Dazu dienen im Wesentlichen zwei Maßnahmen: Erstens werden verstärkt erneuerbare Energien eingesetzt. Sie sollen ab 2050 etwa 60 Prozent des Energieverbrauchs decken. Zweitens ist geplant, den Energieverbrauch um etwa die Hälfte zu verringern. Für die einzelnen Sektoren – von der Industrie über den Verkehr bis zu den Haushalten – gibt es Detailziele samt entsprechenden Zielpfaden.

Gefragt ist dabei der Beitrag jeder und jedes Einzelnen. Haushalte beispielsweise sind aufgerufen, auf das Heizen mit Erdöl zu verzichten und statt dessen CO2-neutrale Heizungen zu verwenden. Möglichkeiten dazu sind Wärmepumpen, wenn sie mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden, aber auch solarthermische Anlagen („Sonnenkollektoren“) sowie Biomasseheizungen. Neubauten sollten so geplant werden, dass sie kaum noch Heizenergie benötigen (Passivbauweise). Bei bestehenden Häusern empfiehlt sich eine thermisch-energetische Sanierung. Dazu gehört die Wärmedämmung ebenso wie der Umstieg auf CO2-neutrale Heizungen.

Mit den bisherigen Maßnahmen konnte Deutschland seine CO2-Emissionen im Zeitraum zwischen 1990 und 2017 um rund 28 Prozent auf 905 Millionen Tonnen senken. Um die Vereinbarungen von Paris und Kattowitz zu erfüllen, sind aber weitere Anstrengungen notwendig.

Mehr Infos unter:
Klimaschutz in Zahlen (2018)
Klimaschutzplan bis 2050
Nationale Klimaschutzinitiative
Beschlüsse von Kattowitz
Artikel der FAZ „Gefährliche Hitzewelle“

2018-12-20T13:14:01+00:00

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