Freie Parkplätze melden sich automatisch bei Fahrern, Sammeltaxis errechnen die effizienteste Route, um Menschen bis vor ihre Haustüren zu bringen – smarte Daten können das Leben vieler Menschen verbessern.

Doch was ist mit Smart Data genau gemeint? Bekannter ist der Begriff Big Data als Synonym für große Datenmengen. Das können „Likes“ aus sozialen Netzwerken sein oder die Koordinaten fahrender Autos. Zu smarten Daten werden große Datenmengen durch eine intelligente Verarbeitung, wie das FZI Forschungszentrum Informatik aus Karlsruhe erklärt.

Autos beispielsweise verfügen über eine Vielzahl von Sensoren, die nicht nur die Geschwindigkeit messen, sondern auch Umweltdaten wie Temperatur, Niederschlag oder auch Helligkeit. Vorrangig sollen diese Sensoren für Komfort und Sicherheit sorgen. So passen moderne Scheinwerfer ihre Lichtstärke der Helligkeit an und Scheibenwischer regulieren ihr Tempo automatisch mit der Niederschlagsmenge.

Intelligent verknüpft können solche Daten aber auch für die Energie- und Verkehrswende genutzt werden. Übertragen Autos Daten zu Helligkeit und lokalem Niederschlag in Echtzeit, lassen sich genauere und aktuellere Informationen sammeln, als dies mit fest installierten Wetterstationen möglich ist. Betreiber von Stromnetzen erhalten auf diese Weise hilfreiche Anhaltspunkte, um die mit dem Wetter schwankende Einspeisung von Solarstrom besser einschätzen zu können. Der Übertragungsnetzbetreiber TenneT erprobt das Verfahren gemeinsam mit Volkswagen.

Positionsdaten von Fahrzeugen können aber auch dazu genutzt werden, stockenden Verkehr in Städten schneller zu erfassen. Durch die Daten errechnete Ausweichmöglichkeiten helfen Autofahrern, Zeit und Treibstoff zu sparen.

In der Energiewelt lassen sich vor allem Daten von Erzeugungsanlagen und Verbrauchern smart nutzen. Wenn beispielsweise die Temperatur von Kühlhäusern kontinuierlich gemessen wird, kann deren Stromverbrauch um einige Minuten verschoben werden, wodurch sich kleine Spannungsschwankungen in den Stromnetzen ausgleichen. Bei ladenden Elektroautos helfen Informationen zum Ladezustand der Batterien und zu den Fahrgewohnheiten der Besitzer, um den Verbrauch ebenfalls möglichst netzfreundlich zu steuern.

Fester Bestandteil smarter Daten sind für das Forschungszentrum Informatik die Themen Datensicherheit und Datenschutz. Dazu gehört auch die Frage, wer das Urheberrecht an Daten hat und wem welche Nutzungsrechte eingeräumt wurden. Fragen zum Rechtsrahmen hat beispielsweise eine eigene Fachgruppe des Projekts „Smart Data – Innovationen aus Daten“ untersucht, das vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert wurde.

Die Sicherheit und den Schutz von Daten regelt außerdem die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union, die seit dem 25. Mai 2018 nach einer zweijährigen Übergangszeit verpflichtend ist. Betroffene müssen beispielsweise über den Zweck der Datenverarbeitung und die rechtliche Grundlage unterrichtet werden. Ganz besonders wichtig für Smart Data ist: Daten müssen häufig pseudonymisiert werden. So können große Datenmengen genutzt werden, ohne dass sie auf einzelne Personen zurückgeführt werden können.

Mehr Infos zum Thema:
Smart Data erklärt vom FZI Forschungszentrum Informatik
Technologieprogramm Smart Data des Bundeswirtschaftsministeriums
Smart Data in der Energiewirtschaft
Projekt zu mobilen Sensordaten von Tennet und VW
Das Wichtigste zur Europäischen Datenschutzgrundverordnung