Download Leitfaden für steckerfertige PV-Anlagen

Wer mit der Sonne Energie erzeugen möchte, braucht kein Eigenheim. Mit Mini-Solarmodulen können auch Mieter einen Teil ihres Strombedarfs selbst decken.

Einige Jahre lang wurden sie scherzhaft auch als Guerilla-Module bezeichnet, doch die Zeiten, in denen die Stromerzeugung mit Balkon-Solarmodulen nicht geregelt war, sind inzwischen vorbei. Ende April trat eine neue rechtliche Norm in Kraft, die es auch Laien ermöglicht, ihre Mini-Photovoltaik-Anlage bei ihrem Netzbetreiber anzumelden. Zuvor musste das ein Elektroinstallateur übernehmen, wie die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) mitteilt.

Möglich ist nun die Anmeldung von Photovoltaik-Modulen bis zu 600 Watt. Montieren lassen sich die kleinen Anlagen an Balkon-Brüstungen, deshalb sind sie auch für Mieter interessant. Die Anlagen kosten oft weniger als 500 Euro, laut DGS können sie Solarstrom schon ab acht Cent pro Kilowattstunde erzeugen. Damit lohnt es sich, die Sonnenenergie selbst zu verbrauchen, denn Stromanbieter stellen pro Kilowattstunde etwa 29 bis 35 Cent in Rechnung.

Unter optimalen Bedingungen kann ein Durchschnittshaushalt mit einer 600-Watt-Anlage bis zu 20 Prozent seines Stromverbrauchs decken, sagte Markus Vietzke von der DGS der Deutschen Presse-Agentur. Wie viele Kilowattstunden Solarstrom sich in der eigenen Stadt pro Jahr ernten lassen, kann man über eine Kartenfunktion wie die des Internetportals SolarServer bestimmen. Unter optimalen Bedingungen kann die Rendite der Minianlagen laut Vietzke bis zu 6,6 Prozent betragen.

Neben der Anmeldung beim örtlichen Netzbetreiber gibt es allerdings noch einige weitere Anforderungen zu beachten. Damit der Anschluss der Norm entspricht, muss die normale Schuko-Steckdose von einem Elektriker gegen eine sogenannte Einspeisesteckdose ausgetauscht werden. Bei Mietverhältnissen muss dazu der Vermieter sein Einverständnis geben.

Mit dem örtlichen Netzbetreiber sollte man außerdem klären, ob Änderungen am Zähler nötig sind. Wichtig ist, dass der Stromzähler über eine Rücklaufsperre verfügt und somit nicht rückwärts laufen kann, wenn Strom eingespeist wird. Manche Netzbetreiber verlangen nach einem Bericht der Zeitung taz auch einen Zweirichtungszähler, der die Einspeisung in das Stromnetz messen kann. Dafür werden in manchen Fällen zusätzliche Gebühren nötig. Ob sich eine Balkon-Solaranlage rentiert, hängt deshalb stark von den individuellen Anforderungen ab.

Du überlegst, eine eigene Balkon-Solaranlage zu erwerben und deinen eigenen Strom zu produzieren?
Mehr zum Thema und auch eine Checkliste findest du in unserem „Leitfaden für steckerfertige PV-Anlagen“.

Weitere Infos:
– Ertragsberechnung des Portals SolarServer
Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie zur Norm VDE-AR-N 4105
– Artikel zu Balkon-Solaranlagen auf sueddeutsche.de
– Artikel zu Balkonmodulen bei taz.de
Marktübersicht zu Solaranlagen