Wasserkraft ist ein wichtiger Partner der übrigen erneuerbaren Energien und daher unverzichtbar für die effektive Umsetzung der intelligenten Energiezukunft.

Auf den ersten Blick spielt Wasserkraft für die Stromversorgung Deutschlands eine eher geringe Rolle: Ihr Anteil an der Deckung des Strombedarfs liegt bei nur etwa 3,4 Prozent. An der gesamten Stromerzeugung ist die Wasserkraft mit weniger als 3 Prozent beteiligt. Aber dieser Eindruck täuscht: Die Wasserkraft gewinnt für Deutschland immer mehr an Bedeutung. Das gilt einerseits für die Kraftwerke im eigenen Land. Neue Anlagen zu errichten, ist zwar schwierig: Staudämme sind ein erheblicher Eingriff in die Natur und können daher nicht ohne weiteres gebaut werden. Aber bestehende Kraftwerke lassen sich mit vergleichsweise geringem Aufwand ertüchtigen. Und wie Beispiele zeigen, sind so mit geringem Aufwand Produktionssteigerungen von etwa zehn Prozent möglich.

Überdies werden auch Wasserkraftwerke im benachbarten Ausland für Deutschland wichtiger. Dabei handelt es sich insbesondere um sogenannte Pumpspeicher in den Alpen. Wird gerade mehr Strom erzeugt als verbraucht, springen die Pumpspeicher ein: Sie pumpen Wasser von ihrem unteren Speichersee in den oberen See. Dort steht es zur Verfügung, um im Bedarfsfall wieder neuen Strom zu produzieren. Bekanntlich wird in Deutschland immer mehr Strom witterungsabhängig von Solaranlagen und Windparks erzeugt.

Pumpspeicher sind eine bedeutende Möglichkeit, um Erzeungsschwankungen auszugleichen. Seit fast einem Jahrhundert bestehen darum Verträge zwischen deutschen Energieunternehmen und österreichischen Betreibern von Pumpspeicheranlagen. Sie sehen vor, dass die Österreicher nicht benötigten Strom aus Deutschland übernehmen und in Mangelsituationen wieder Strom liefern. In der Vergangenheit übernahm Österreich vor allem Strom aus Kohle- und Kernkraftwerken. Mittlerweile haben die Wind- und die Solarenergie einen wesentlichen Anteil am Pumpstrom. Die Pumpspeicher sind also so etwas wie eine „grüne Batterie“ der Energiewende.

Pumpspeicherkraftwerke gibt es auch in Deutschland. Das größte davon ist Goldisthal im Süden Thüringens, das 2003 in Betrieb ging. Sein Speicher fasst etwa zwölf Millionen Kubikmeter Wasser. Damit lässt sich genug Strom erzeugen, um rund 2.500 Haushalte ein Jahr lang zu versorgen.

Mehr Infos dazu:
Aktuelle Daten, Statistiken und Informationen zu erneuerbaren Energien
Bedeutung der Wasserkraft für die weltweite Stromerzeugung
Die Wasserkraft: Technikgeschichten

 

Bild: Felix König – Eigenes Werk, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=23825980