Bidirektional bedeutet, dass der Ladestrom in zwei Richtungen fließen kann. Elektroautos können Strom aus ihren Akkus also wieder in das Stromnetz zurückspeisen. Die Technik wird deshalb auch Vehicle-to-Grid (V2G) genannt. Von Nutzen ist die Rückspeisung vor allem dann, wenn gerade wenig Ökostrom in den Netzen ist oder die gespeicherte Elektrizität dabei hilft, kleine Spannungsschwankungen in den Leitungen auszugleichen.

In Deutschland ist bidirektionales Laden noch in der Entwicklung, weil bislang in der Regel weder Elektrizitätsnetze noch Ladesäulen und Wallboxen auf solche Stromrückflüsse ausgelegt sind. Auch Elektrofahrzeuge müssen noch angepasst werden, so funktioniert Vehicle-to-Grid etwa noch nicht mit den in Europa üblichen CCS-Steckern, sondern nur mit dem japanischen CHAdeMO-Standard. Dieser findet sich in den meisten Modellen von Nissan, Mitsubishi und Kia.

Für Besitzer von Elektroautos sehen die Konzepte zum bidirektionalen Laden eine Vergütung für die Einspeisung ins Netz vor. Passende Tarife werden derzeit noch vorbereitet. Die Akkus müssen außerdem so schonend entladen werden, dass die Lebensdauer der Batterien nicht darunter leidet. Bei selten genutzten Elektroautos kann sanftes Be- und Entladen die Nutzbarkeit der Stromspeicher sogar verlängern.

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