Was ist eigentlich „Grünes Gas“?

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Was ist eigentlich „Grünes Gas“?

„Grünes“ Gas ist die Sammelbezeichnung für eine Reihe von Gasen, die zumeist aus landwirtschaftlichen Abfällen wie Pflanzenresten erzeugt werden. Bilanziell betrachtet, ist der Einsatz von „grünem“ Gas klimaneutral. Das heißt: Zwar entstehen auch bei seiner Nutzung CO2-Emissionen. Diese werden allerdings ausgeglichen, weil die Pflanzen für die Erzeugung des „grünen“ Gases im Zuge ihres Wachstums CO2 aufnehmen.

Ein Beispiel für „grünes“ Gas ist Biogas, das bei der Vergärung landwirtschaftlicher Abfälle entsteht. Einer der wichtigsten Bestandteile von Biogas ist Methan (CH4). Sein Anteil am Biogas ist unterschiedlich hoch, je nachdem, was als Ausgangsmaterial verwendet wird. Werden Zuckerrüben-Abfälle genutzt, kann der Methangehalt des Biogases bei rund 72 Prozent liegen. Wird das Methan aus dem Biogas gefiltert („aufgereinigt“), so wird es als „Biomethan“ bezeichnet und gilt ebenfalls als „grünes“ Gas.

Als „grünes“ Gas wird auch synthetisches Methan bezeichnet. Dieses lässt sich wie folgt gewinnen: Mit Ökostrom wird Wasser in seine Bestandteile Sauerstoff und Wasserstoff zerlegt („Power-to-Gas“). Bei Reaktion des Wasserstoffs mit Kohlenstoff entsteht dann „künstliches“ bzw. synthetisches Methan. „Grünes“ Gas kann auf längere Sicht Erdgas zumindest teilweise ersetzen. Das ist wichtig, weil Gaskraftwerke benötigt werden, um die witterungsbedingt schwankende Stromerzeugung von Photovoltaikanlagen und Windparks auszugleichen. Das muss aber möglichst ohne Ausstoß von CO2 erfolgen, um dem Klima nicht zu schaden. Deshalb wird angestrebt, in Gaskraftwerken vermehrt „grünes“ Gas statt „klassischem“ Erdgas einzusetzen. Auch die verstärkte Verwendung von „grünem“ Gas in Kraft-Wärme-Kopplungen (KWK) ist geplant. KWK erzeugen Strom und Wärme und sind deshalb für die Fernwärmeversorgung von Städten oftmals notwendig.

2018-11-14T17:31:20+00:00

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