Was ist eigentlich „Power-to-Gas“?

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Was ist eigentlich „Power-to-Gas“?

Ganz grundsätzlich bezeichnet Power-to-Gas (P-t-G bzw. P2G) ein Verfahren, bei dem Wasser mit Strom aus erneuerbaren Energien in seine Bestandteile zerlegt wird, also in die Gase Sauerstoff und Wasserstoff. Daher kommt die Bezeichnung Power-to-Gas: Konkret wird hier unter Einsatz elektrischen Stroms erneuerbares Gas gewonnen. Dies ermöglicht, den Stromsektor mit anderen Sektoren zu koppeln, wenn beispielsweise das so gewonnene Gas anschließend zum Heizen genutzt wird.

Der Wasserstoff kann auf mehrere Arten als Energieträger genutzt werden. Er ist neben Kohlenstoff der wichtigste Bestandteil von Erdgas (chemisch CH4) und lässt sich daher ins Erdgasnetz sowie in Gasspeicher einspeisen. So ist es möglich, Strom aus erneuerbaren Energien (Ökostrom) über Monate hinweg in Form von Wasserstoff zu lagern. Zurzeit ist eine Beimischung von maximal vier Prozent Wasserstoff zu Erdgas zulässig. Dieses Gemisch kann in Gaskraftwerken zur Stromerzeugung verwendet werden. Das ist wichtig, weil im Sommer insgesamt meist mehr Ökostrom erzeugt wird, als verbraucht werden kann. Im Winter
dagegen wird oft zu wenig Ökostrom produziert, um den Bedarf zu decken. Deshalb ergibt es Sinn, den im Sommer überschüssigen Strom zu speichern und ihn im Winter zu verbrauchen.

Wasserstoff kann außerdem als Brennstoff in Brennstoffzellen eingesetzt werden. Dort reagiert er mit Sauerstoff und erzeugt so Strom und Wärme. Deutsche Technologieunternehmen sind weltweit führend, was Power-to-Gas und Brennstoffzellen betrifft. Deshalb ist dieses Thema auch von Bedeutung für die einschlägige Industrie, der sich damit ein neues Geschäftsfeld eröffnet – sowohl im Inland als auch im Ausland.

Das gilt nicht zuletzt für die Automobilindustrie als einem Wirtschaftszweig, der in Deutschland besonders wichtig ist. Denn auch im Verkehrssektor kann Wasserstoff von Nutzen sein, nämlich als Kraftstoff für Autos. In Deutschland gibt es bereits eine Reihe von Wasserstofftankstellen. Mehr dazu findet man hier. Fahrzeuge mit Wasserstoff-, aber auch Brennstoffzellen-Antrieb gelten neben Elektroautos als mögliche Lösung für eine saubere, umweltfreundliche Mobilität.

Wasserstoff lässt sich aber auch in der Industrie selbst nutzen: Europaweit laufen mehrere Pilotprojekte, um ihn in der Stahlindustrie einzusetzen. Deren Ziel ist es, Stahl ohne Verwendung von Kohlenstoff zu erzeugen. Damit ließen sich große Mengen von CO2-Emissionen vermeiden. Power-To-Gas kann deshalb im Bereich der (Stahl-)Industrie in Zukunft eine wichtige Rolle einnehmen.

Mehr zum Thema Sektorkopplung findest Du hier.

2018-11-21T10:59:34+00:00

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