Advent, ein teures Lichtlein brennt

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Advent, ein teures Lichtlein brennt

Weihnachtsbeleuchtung mit ineffizienten Lampen verursacht in Deutschland Stromkosten von derzeit rund 200 Millionen Euro. Dabei ginge es auch günstiger – und umweltfreundlicher.

Rund 16 Milliarden Lämpchen umfasst die Weihnachtsbeleuchtung in Deutschland laut einer aktuellen Umfrage des Stromversorgers „Lichtblick“. Ihr Stromverbrauch entspricht etwa dem von über 170.000 durchschnittlichen deutschen Haushalten. Das verursacht Stromkosten von fast 200 Millionen Euro. Laut blitzrechner.de fallen allein für zwei herkömmliche zehn Meter lange Lichterketten Kosten von rund 15 Euro an, wenn diese während der Adventzeit täglich zwölf Stunden lang brennen. Allerdings lassen sich diese Kosten um bis zu 90 Prozent auf nur etwa 2 Euro senken, wenn Lichterketten mit Leuchtdioden (LEDs) als Beleuchtungsmittel verwendet werden. Im Handel sind mittlerweile nur mehr LED-Lichterketten erhältlich. Doch haben noch viele Haushalte alte Geräte, die mit herkömmlichen Glühhlampen ausgestattet sind.

Mittlerweile gibt es auch LED-Lichterketten, die mit Solarzellen ausgestattet sind. So fallen überhaupt keine Stromkosten mehr an: Der benötigte Strom wird untertags mit den Solarzellen erzeugt und in der Nacht verbraucht. Lichtsensoren bzw. Zeitschaltuhren sorgen dafür, dass die Lichterketten nur während der Dunkelheit brennen – also dann, wenn sie gut sichtbar sind. Auf jeden Fall vermeiden sollte man
Lichterketten mit Batteriebetrieb: Die Batterien werden rasch leer und müssen daher während der Weihnachtszeit mehrmals ausgewechselt werden. Dadurch entsteht Sondermüll, der teuer entsorgt werden muss.

So sehr uns Weihnachtsbeleuchtung auch in Stimmung bringt, denken wir an unsere Umwelt, ist es besser,
es damit nicht zu übertreiben: Weihnachtsbeleuchtung trägt zur sogenannten „Lichtverschmutzung“ bei, also zur Aufhellung des Nachthimmels durch künstliches Licht. Laut dem Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) kann das für Menschen und Tiere ernste Auswirkungen haben. So kann etwa der biologische Rhythmus und der Hormonhaushalt von Menschen durcheinanderkommen, die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin wird hinausgezögert und das Einschlafen und Aufwachen werden erschwert, was wiederum zu Konzentrationsstörungen, einem gestörten Immunsystem bis hin zu steigenden Risiken für Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen kann.

Nachtaktive Insekten, Zugvögel sowie Pflanzen können durch den sogenannten „Lichtsmog“ gestört und in
ihrem Verhalten beeinträchtigt werden. Tag- und nachtaktive Tiere, wie etwa Fledermäuse und Vögel, kommen sich bei der Nahrungssuche plötzlich in die Quere. Das nächtliche Licht stört somit unser Ökosystem, die Folgen sind noch nicht alle erforscht. Das TAB verweist außerdem auf den hohen Energiebedarf, wenn ineffiziente Lampen für die Straßenbeleuchtung sowie für Leuchtreklame verwendet werden. Anderen Quellen wie abenteuer-sterne.de zufolge sterben in Deutschland jede Nacht etwa eine Milliarde Insekten, weil sie die rund acht Millionen Straßenlaternen bis zur Erschöpfung umflattern.

Leider sind auch LEDs nach Ansicht des TAB keine ideale Lösung: Sie haben oft einen hohen Blauanteil in ihrem Lichtspektrum (neutralweißes Licht hat ca. 4000 Kelvin), „dessen Auswirkungen auf Flora, Fauna und
die menschliche Gesundheit noch weitgehend unbekannt sind“. Wenn schon, dann sind Lampen mit einer Farbtemperatur von maximal 3000 Kelvin am besten. Diese Farbtemperatur zieht nachweislich weniger nachtaktive Insekten an.

Generell ist es also aus vielen Gründen sinnvoll, unnötige Beleuchtung nachts zu vermeiden – nicht nur zur Weihnachtszeit.

Mehr Infos dazu unter:
Blitzrechner
Informationen der Technikfolgen Abschätzung
Artikel bei „Abenteuer Sterne“ zur Lichtverschmutzung
Artikel der Mitwelt-Stiftung zum Insektensterben
Pressemitteilung von „Lichtblick“

2018-12-20T13:28:37+00:00

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